Geschichte

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Historischer Rückblick

In den  Regierungsbezirken Koblenz und Trier, die der ehemaligen Rheinprovinz angehörten, wurden die noch preußischen Bürgermeistereien zu Ämtern umgewandelt. Dies bedeutete den verwaltungsmäßigen Zusammenschluss mehrerer eigenständiger Gemeinden.  Ein hauptamtlicher Amtsbürgermeister mit hauptamtlicher Verwaltung erledigte die Auftragsangelegenheiten und die Büro- und Kassengeschäfte der amtsangehörigen Gemeinden.

Aus den hieraus entstandenen Gemeindeordnungen ergaben sich Unterschiede hinsichtlich einer lokalen und einer in Teilen regionalen Verwaltung. Eine bestimmte Anzahl von teilweise sehr kleinen Gemeinden wurden in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier zentral verwaltet, dabei jedoch die Eigenständigkeit der Gemeinden bestehen blieb. Gemeinden anderer Regierungsbezirke kannten diese Strukturen nicht. 1948 schuf das Land Rheinland-Pfalz ein Selbstverwaltungsgesetz für die Gemeinden, in dem die historischen bzw. regionalen Unterschiede berücksichtigt wurden.

 

Entstehung der Verbandsgemeinden

Mitte der 60er Jahre begann man mit der Durchführung einer Verwaltungsreform, welche schrittweise in einem Zeitraum von 8 Jahren in insgesamt 18 Gesetzen zur Verwaltungsvereinfachung in Rheinland-Pfalz festgelegt und umgesetzt wurden.  Das Landesgesetz zur Änderung kommunal-verfassungsrechtlichen Vorschriften  und zur Vorbereitung der Neugliederung von Gemeinden und die Verbandsgemeindeordnung kamen 1968 hinzu. Die bis dahin 20 Jahre geltende Amtsordnung wurde mit Inkrafttreten der Verbandsgemeindeordnung aufgehoben.

Die positiven Erfahrungen mit der Amtsverfassung in der ehemaligen preußischen Rheinprovinz und der gemeinschaftlichen Bürgermeisterei in der ehemaligen bayerischen Pfalz wollte das Land Rheinland-Pfalz mit dem Verbandsgemeindemodell fortführen. Die Verbandsgemeinden wurden durch die nunmehr geltende Verbandsgemeindeordnung etabliert  und neben den Auftrags- und Kassenangelegenheiten mit Selbstverwaltungsaufgaben betraut.

Zu Beginn nur als eine Übergangsform zur Einheitsgemeinde gesehen,  akzeptierte man die Verbandsgemeinden jedoch schon sehr bald neben den Gemeinden und Landkreisen als dauerhafter Verwaltungstypus der kommunalen Ebene und wurde sodann auch nicht mehr in Frage gestellt worden.

Zum 01. Oktober 1968 wurden In den Regierungsbezirken Koblenz und Trier 132 Ämter in Verbandsgemeinden umgewandelt. Bis Ende Dezember 1971 wurden kreisangehörigen Gemeinden in den Regierungsbezirken Montabaur, Pfalz und Rheinhessen in einer Freiwilligkeitsphase die Gelegenheit gegeben, Verbandsgemeinden ab einer Richtgröße von 7.500 Einwohner zu bilden.

Nach erfolglosem Verstreichen der Freiwilligkeitsphase wurden die übrigen Verbandsgemeinden gemäß gesetzlichen Vorgaben gebildet.

Im Rahmen der Funktionsreform,  Schaffung von Verwaltungsstrukturen und Änderungen der Zuständigkeiten, übertrug man Aufgaben auf die Verbandsgemeinden bzw. verbandsfreien Gemeinden, die zuvor dem Landkreis zugeordnet waren.

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Die Aufgaben nach der Verbandsordnung für die Verbandsgemeinden insbesondere  der Selbstverwaltungsaufgaben der Gemeinden sind folgende:

Flächennutzungsplanung, die übertragenen Aufgaben nach dem Schulgesetz, Bau und Unterhaltung von Gemeindestraßen und Wirtschaftswegen, den Ausbau und die Unterhaltung Gewässer dritter Ordnung, die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung, sowie den Brandschutz und die technische Hilfe.

Inhalt und Ziel der Gebiets- und Funktionalreform in Rheinland-Pfalz war die Vergrößerung der bestehenden Einheiten durch Eingemeindung bzw. Vereinigung benachbarter Gemeinden. Hierdurch wollte man zum einen Einsparungen und zum anderen Effizienzsteigerungen der Kommunal-verwaltung erreichen.  Annähernd gleich große Gemeinden wurden zusammengelegt und meist ein neuer Gemeindename benannt. Bei der Eingliederung kleinerer Gemeinden behielten in der Regel die größeren ihren Namen.

Die  Fusionen wurden teils auf freiwilliger Basis, teils durch Gesetz entschieden. Die  Neustrukturierung stieß bei den Bürgern nicht immer auf Gegenliebe, weil sie der Meinung waren, dass in vielen kleineren Gemeinden das Wir-Gefühl  drohte verloren zu gehen und somit auch die Bereitschaft, sich für das eigene Dorf einzusetzen. In Einzelfällen wurden Gerichte bemüht, die die Neuordnungen zurücknahmen.

Die neu reformierten Ämter als Verbandsgemeinden bekamen eine eigene gewählte Gemeindevertretung (Verbandsgemeinderat) sowie eine eigene Verwaltung mit einem hauptamtlichen Bürgermeister als Verwaltungsleiter.

So entstand  durch Beschlüsse der damaligen Amtsbezirke  Birgel und Stadtkyll  die  Verbandsgemeinde Obere  Kyll.  Zähe und langwierige Verhandlungen gingen natürlich voraus, in denen viele strittige Punkte wie z.B.  Sitz der Verwaltung, Ein- und Ausgemeindung von Orten , Schulen etc.  zu klären waren.

Der Amtsbezirk Birgel, der aus den Ortsgemeinden Birgel, Feusdorf, Gönnersdorf, Lissendorf, Jünkerath, Auel, Basberg, Wiesbaum und  Oberbettingen bestand, fasste den Beschluss  unter Vorsitz von Verbandsbürgermeister Schomers zum Zusammenschluss am 13. Mai 1970.

Die Ortsgemeinden Schüller, Hallschlag, Ormont, Stadtkyll, Scheid und Reuth , die dem Amtsbezirk Stadtkyll zugehörig waren, fassten den Beschluss unter Vorsitz von Verbandsbürgermeister Friedrich am 21. Mai 1970.

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Am 30. November 1970 tagte zum ersten Mal die Verbandsgemeindevertretung Obere Kyll , in der die Mitglieder des Verbandsgemeinderates, die Mitglieder der Ausschüsse und natürlich der erste Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde gewählt wurden. Zu der Verbandsgemeinde Obere Kyll zählten nunmehr  die Ortsgemeinden Birgel, Esch, Feusdorf, Gönnersdorf, Hallschlag, Jünkerath, Kerschenbach, Lissendorf, Ormont, Reuth, Scheid, Schüller, Stadtkyll und Steffeln. Wiesbaum und Mirbach wechselten im Rahmen der Fusion zur Verbandsgemeinde Hillesheim, wie auch die Orte Oberbettingen und Basberg. Die ehemaligen Ortsgemeinden Auel und Schönfeld wurden zu Ortsteilen von Steffeln  bzw. Stadtkyll.

Fortan wurde viel auf den Weg gebracht. Im Jahre 1970 bildete man mit den damaligen Kreisen Schleiden und Prüm, der Gemeinde Dahlem und der Verbandsgemeinde den Gründungsverband „Kronenburger See“.  Ein Jahr später wurde gemeinsam mit der Gemeinde Dahlem der Verkehrsverein „Erholungsgebiet Oberes Kylltal e.V.“ gegründet. Diese beiden Zusammenschlüsse bildeten eine gute Grundlage, den Wirtschaftszweig Fremdenverkehr zu betreiben


Statistik

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