Verbandsgemeindewerke
Aufgabe der Verbandsgemeindewerke ist die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung für das Gebiet der Verbandsgemeinde.
Aus historischen und geografischen Gründen gibt es in der Verbandsgemeinde Obere Kyll jedoch drei Ausnahmen:
So sind für die Wasserversorgung der Ortsgemeinden Hallschlag, Ormont und Scheid die Kreiswasserwerke Bitburg-Prüm zuständig.
Zur Wasserversorgung zählen die Wassergewinnung, -aufbereitung, -speicherung und �verteilung. Die Verbandsgemeindewerke betreiben hierzu 3 Quellen, 6 Tiefbrunnen, 6 Aufbereitungsanlagen sowie eine Vielzahl von Hochbehältern, Pumpwerken und Druckerhöhungsanlagen. Die Länge des Leitungsnetzes beträgt etwa 171 km. Versorgt werden etwa 7.900 Einwohner nebst Betrieben mit Trinkwasser.
Um in höher gelegenen Gebieten für ausreichende Druckverhältnisse zu sorgen, ist es mancherorts notwendig, Druckerhöhungsanlagen vorzusehen, wie hier im Hochbehälter �Auf Zimmers� im Gewerbegebiet in Stadtkyll.
Als Relikte der Vergangenheit her teilweise erhalten sind noch die Lambachpumpen an der Escher Mühle und der Wirft bei Stadtkyll, welche ausschließlich mit Wasserkraft angetrieben wurden und das Trinkwasser in das jeweilige Versorgungsgebiet nach Esch und Schüller pumpten. Rund 2/3 des Quellwassers wurde zum Betrieb benötigt, um damit die Restwassermenge in den Hochbehälter zu befördern. Errichtet und in Betrieb genommen wurden diese Pumpen in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bis weit in die 60er Jahre hinein versahen diese Pumpen so ihren Dienst. Durch den gestiegenen Wasserbedarf und das Zurückfallen der Quellwassermengen in Trockenperioden wurden diese Anlagen dann durch elektrische Pumpanlagen ersetzt.
Für die Abwasserbeseitigung betreiben die Verbandsgemeindewerke neben der Gruppenkläranlage Obere Kyll in Lissendorf noch weitere 5 Teichkläranlagen, 1 Kleinkläranlage und eine Wasseraufbereitungsanlage für Sickerwasser aus dem Rigolensystem der Rüstungsaltlast Espagit in Hallschlag, wobei für diese Anlage das Land Rheinland-Pfalz die Kosten trägt. Weiterhin gehören dazu eine Vielzahl von Regenüberlaufbecken, Regenüberlaufbauwerken, Regenrückhaltebecken, Pumpwerken und �stationen, einem Retentionsbodenfilter und einem Kanalnetz von ca. 191 km.
Der jüngst errichtete Retentionsbodenfilter in Hallschlag (oberhalb des Sportplatzes) hat die Aufgabe, den Eintrag von Keimen und Nährstoffen in das EU-Badegewässer �Kronenburger See� aus der Mischwasserkanalisation, die bei starken Regenereignissen über die Regenentlastung unmittelbar in das Gewässer gelangte, weitgehend zu minimieren. Die Reinigungswirkung wird über einen mit Schilf bewachsenen Sandfilter mit einer Filterfläche von etwa 2000 m² erzielt, den das überlaufende Mischwasser durchläuft.

